
v.l.: Oberbürgermeister Hans Schaidinger und Hauptgeschäftsführer Bernd-Reinhard Hetzenecker stellen die unterschiedlichen Testbusse vor.
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Die Regensburger Verkehrsbetriebe GmbH informiert:
Regensburg, 16.04.2007
Presseinformation Neues System zur Abgasverminderung:
RVB testet neue Gelenkbusse
Die Regensburger Verkehrsbetriebe GmbH (RVB) testet derzeit drei Gelenkomnibusse, die die Abgasemissionen senken und mindestens die strengen Grenzwerte der EURO 4-Abgasnorm einhalten sollen. Grund ist eine laufende Ausschreibung für den Kauf von 19 neuen Gelenkbussen für den RVB-Fuhrpark. Verwaltungsratsvorsitzender, Oberbürgermeister Hans Schaidinger und RVB-Hauptgeschäftsführer Bernd-Reinhard Hetzenecker stellten am Montag, 16. April, die unterschiedlichen Systeme vor.
„Unser Anspruch ist es, eine umweltbewusste und wirtschaftlich machbare Lösung für die Ersatzbeschaffung zu finden“, erläuterte Oberbürgermeister Schaidinger. Bereits seit sieben Jahren bewertet die RVB Angebote nicht ausschließlich nach den Anschaffungskosten, sondern nach den kompletten Lebensdauerkosten. „Mit der ersten Ausschreibung dieser Art haben wir damals eine Vorreiterrolle in der Branche übernommen“, erklärte Hetzenecker. Besonderen Fokus legen die Verkehrsbetriebe auf den geringeren Kraftstoffverbrauch. „Das spart bares Geld und bringt zudem die effektivsten Umweltvorteile.“ Nun wolle man auch die neuesten Entwicklungen zur Verringerung von Abgasemissionen prüfen. „Wenn es bessere Lösungen gibt als einen einfachen Rußfilter einzubauen, wollen wir das für Regensburg haben“, so Schaidinger.
Zwei Möglichkeiten im Test
Es ist nicht zu vermeiden, dass bei der Verbrennung des Kraftstoffes im Motor entweder bei höheren Verbrennungstemperaturen der Stickoxid-Ausstoß oder umgekehrt bei niedrigeren Verbrennungstemperaturen die Partikelemission und der Kraftstoffverbrauch höher sind. „Beides zugleich lässt sich aus physikalischen Gründen nicht reduzieren“, so Hetzenecker.
Zwei Fahrzeughersteller, EvoBus und Volvo, setzen auf ein Verfahren, bei dem in das heiße, nahezu partikelfreie Abgas eine Lösung gespritzt wird, die die Stickoxide über eine chemische Reaktion in die harmlosen Luftbestandteile Stickstoff und Wasserdampf spaltet. Die Lösung - AdBlue genannt - ist eine ungiftige, farb- und geruchlose, wasserlösliche Substanz, die unter anderem in der Agrar-, Textil-, Kosmetik- und Pharmaindustrie eingesetzt wird.
MAN dagegen bietet optimierte Motoren mit gekühlter Abgasrückführung an. Daraus resultiert ein minimaler Stickoxid-Ausstoß. Mit nachgeschalteten Partikelfiltern, die zudem wartungsfrei sein sollen, werden Restpartikel herausgefiltert.
Zweiwöchige Testphase
„Derzeit testen wir alle drei Fahrzeugtypen je zwei Wochen im simulierten Echtbetrieb“, erklärte Hetzenecker. Dabei werden zeitversetzt zum regulären Fahrplan verschiedene Linienstrecken gefahren, die fehlenden Fahrgäste durch Gewichte ersetzt. Alle Verbrauchskosten, Anschaffungs- und Wartungskosten, Fahrverhalten und vieles mehr fließen dann in die Kaufentscheidung ein. „Wir werden im Juni nach eingehender Prüfung aller Daten den Auftrag an einen der Hersteller vergeben“, so Schaidinger. Bei einer Summe von rund 5,7 Millionen Euro für 19 Busse, die die nächsten 10 bis 15 Jahre im Einsatz sein sollen, ist das auch keine leichte Entscheidung. „Wenn das neue System sich bewährt, wird es auch bei künftigen Beschaffungen eingesetzt werden.“
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